Vorsorgekonzept Hochwasser

Vorsorgekonzept Hochwasser und Starkregen der Gemeinde Merchweiler

Neben Hochwasser durch die Gewässer Merch, Ill und Sabelbach sind Starkniederschläge eine weitere Gefahrenquelle. Sie treten vor allem in Form von Sturzfluten in den Sommermonaten auf und stellen oftmals eine Gefahr für Leib und Leben dar. Die Klimaforschung ist sich sicher, dass Ereignisse dieser Art in Zukunft zunehmen werden. An derartige Starkniederschläge, mit Betroffenheiten an vielen Orten in der Gemeinde, erinnern sich sicher viele Bürgerinnen und Bürger.

Anders als bei einem Hochwasser bleibt bei einem Starkregen nur wenig oder keine Zeit sich darauf vorzubereiten, da Ort und Zeitpunkt eines Starkregens kaum vorherzusagen sind.

Aufgrund der enormen Wassermassen ist es in den wenigsten Fällen möglich, Überflutungen komplett zu verhindern. Ziel muss es daher sein, die Gefahr für Leib und Leben und das Risiko materieller Schäden so weit wie möglich zu verringern. Neben den bau- und stadtplanerischen Maßnahmen spielt die Eigenvorsorge eine entscheidende Rolle. Wer ein Haus besitzt, ist hierzu sogar rechtlich verpflichtet und muss sich baulich gegen eindringendes Wasser schützen.

Um den Gefahren gegen Hochwasser und Starkregen entgegenzuwirken und aufzuzeigen wo in der Gemeinde Brennpunkte sind, entwickelt die Gemeindeverwaltung unter der Federführung des Amtes für Umwelt und Naturschutz und weiteren Beteiligten ein örtliches Vorsorgekonzept.

Ziel des Vorsorgekonzepts im Bereich der Katastrophenvorsorge ist es, Verwaltung, Rettungskräfte, Bürger und Gewerbebetriebe zum Thema Starkregen zu sensibilisieren, die gefährdeten Bereiche aufzuzeigen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, um die Lage an den gefährdeten Bereichen zu verbessern.

Die Arbeiten an dem Vorsorgekonzept sind Ende 2021 gestartet und werden durch das Ingenieurbüro ingGIS (Merchweiler) und eepi (Saarbrücken) in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten erstellt. Das Vorsorgekonzept wird durch das Saarland mit 90 % gefördert. In der Folge sollen in den nächsten Jahren die in dem Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden.

Anstehende Arbeiten sind die Auswertung der bereits bestehenden Hochwasserkarten der Ill und das Zusammentragen vorhandener Erfahrungen in Sachen Hochwasser. Darüber hinaus sollen im Rahmen der weiteren Arbeiten örtliche Erkundungen in beiden Ortsteilen stattfinden. Bei den Begehungen werden kritische Bereiche besichtigt, die immer wieder von Überflutungen bei Hochwasser und/oder Starkregen betroffen sind oder die aufgrund computergestützter Berechnungen in den Starkregengefahrenkarten ermittelt wurden.

Wie angesprochen, werden zusätzlich zu den schon bestehenden Hochwasserkarten der Gewässer aktuell für das gesamte Gemeindegebiet Starkregengefahrenkarten mit einem hochauflösenden Computermodell erstellt. Mithilfe dieser Karten kann festgestellt werden, in welchen Bereichen es bei Sturzfluten zu Gefahren für Personen und zu Schäden kommen kann. Ein großer Vorteil dieser Karten besteht darin, dass die Gefahr auch in den Ortsteilen abgeschätzt werden kann, in welchen bisher keine Starkregen aufgetreten sind. Ergänzt werden diese Karten durch die Rückmeldung der Anwohner und Bürger.

Die örtlichen Erkundungen werden durch das Ingenieurbüro in Abstimmung mit Gemeindeverwaltung, Feuerwehr und den Zweckverbänden Natura Ill-Theel und LIK-Nord wahrgenommen. Parallel sind, soweit notwendig, Fachgespräche mit den zuständigen Stellen der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes, den Trägern der öffentlichen Infrastruktur sowie Vertretern der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft geplant.

Hochwasser- und Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe! Sie kann nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger aktiv ihre Erfahrungen, Problempunkte und auch Vorschläge in die Erstellung des örtlichen Vorsorgekonzepts einbringen.

Zum Projektstart für die Öffentlichkeit findet zunächst eine

Auftaktveranstaltung am Montag, den 04. Juli 2022 um 19.00 Uhr in der Allenfeldhalle, Allenfeldstraße 42 a in 66589 Merchweiler

statt.

Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Es gelten die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Hygieneregelungen in Bezug auf die Corona – Pandemie.

Ab September 2022 wird es dann Bürgerworkshops in beiden Ortsteilen geben, bei denen die Starkregengefahrenkarten und Hochwasserkarten konkret vorgestellt werden und in Diskussionen Rückmeldungen und Erfahrungen der Anwohner aufgenommen werden. Die Teilnehmer können sich konkret und in kleinem Rahmen über das laufende Projekt informieren und weitere Anregungen, Problemstellungen und Vorschläge aktiv einbringen.

Im Rahmen einer sogenannten Defizitanalyse wird nach den Bürgerworkshops zunächst die Gefährdung und das Risiko in den festgestellten kritischen Bereichen für jeden Ortsteil qualitativ bewertet. Darauf basierend wird festgelegt, ob Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen zur Schadens- und Risiko-minderung notwendig und empfehlenswert sind.

Auf Basis dieser umfangreichen Informationen wird ein Entwurf des Vorsorgekonzepts ausgearbeitet. Die Vorstellung des Konzepts und die detaillierte Erläuterung der darin vorgeschlagenen Maßnahmen, ist Gegenstand einer zweiten Serie von Bürgerversammlungen in den Ortsteilen zum Ende dieses Jahres/Anfang des nächsten Jahres.

Die Ergebnisse aller bisherigen Arbeiten werden abschließend zusammengetragen und in den kommunalen Gremien vorgestellt. Dort wird entschieden, welche Maßnahmen mit welcher Priorität und Zeitraum umgesetzt werden sollen. Der Abschluss aller Arbeiten ist für Anfang 2023 vorgesehen. Dann werden auch die Starkregengefahrenkarten veröffentlicht.

Alle Termine werden frühzeitig im Mitteilungsblatt und auf den Internetseiten der Gemeinde veröffentlicht.